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Ukraine – Die unheilbar zerrissene Nation

Ukraine – Die unheilbar zerrissene Nation

Gastbeitrag von Alexander Nadoll

Ich würde sagen man sollte die Ukraine in zwei Teile trennen. Die West- und Zentralukraine ist trotz der EU-Orientierung identitär-national-patriotisch geprägt, die ukrainische Kultur und Sprache ist hier dominant und die Russifizierung schwach, um das galizische Lemberg herum fast gar nicht vorhanden. Die Ost- und Südukraine dagegen hat einen hohen Anteil an ethnischen Russen und russifizierten Ukrainern, auf der Krim stellen Russen sogar die Bevölkerungsmehrheit.


Insbesondere in den Regionen Donezk und Luhansk sind die ethnischen Grenzen zwischen Russen und Ukrainern aufgrund häufiger binationaler Beziehungen verschwommen, hier ist die Russifizierung und Sowjetisierung besonders stark fortgeschritten und die Bindung an Volk, Nationalkultur und Religion schwach verankert. Die jahrzehntelang propagierte und umgesetzte widerliche, antiidentitäre und internationalistische Idee des Sowjetvolkes hat im Donbass am stärksten Blüten getragen.

 

Ich bin aber auch der Meinung, dass die Ost- und Südukraine nicht an Russland angeschlossen werden sollte, da es natürlich auch hier in den meisten Regionen eine ukrainische Mehrheitsbevölkerung gibt, wenn auch diese überwiegend russischsprachig ist und teilweise binationalisiert wurde.


Als Resümee kann man sagen, dass die Ukraine stark gespalten ist. Eine national gesinnte West- und Zentralukraine mit intakter ethnokultureller Identität steht einer stark russifizierten, teilweise russisch-sowjetisch geprägten Ost- und Südukraine mit geringerer nationaler Determination gegenüber.

Dieser Artikel erscheint vorerst nur in der Online Ausgabe. Sie können das Printmagazin bei Staatsreparatur, Jungfernstieg 4 B, 12207 Berlin-Lichterfelde beziehen oder unter der Telefonnummer 030844155610 bestellen.