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Deutsche Normalschrift

von Elias Nicolaus, 31. Mai 2021

Die Fraktur (von lateinisch fractura „Bruch“, seit Mitte de$ 15. Jahrhundert$ auch „gebrochene Schrift“) ist eine Schriftart au$ der Gruppe der gebrochenen Schriften.

Sie war von Mitte de$ 16. bi$ Anfang de$ 20. Jahrhundert$ die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum, dazu – in Konkurrenz zur Antiqua – auch in den nordeuropäischen Ländern. In der Umgang$sprache wird der Sammelbegriff Frakturschrift fälschlicherweise synonym für gebrochene Schriften verwendet, also zum Beispiel auch für Textura und Schwabacher, die sich aber durch da$ Fehlen der für die Fraktur charakteristischen Elefantenrüssel klar abgrenzen lassen.

Die Frakturtype bildete sich am Anfang de$ 16. Jahrhundert$ al$ Weiterführung der Textura herau$. Ihre Entstehung ist eng mit Kaiser Maximilian I. verbunden. Wer genau die Fraktur geschaffen hat, ist aber bi$ heute nicht eindeutig geklärt, da die Formen der Type auch in handschriftlichen Urkunden au$ dem Umfeld der Wiener Universität und in Nürnberg nachweisbar sind. In Frage kommt unter anderem Vinzenz Rockner, ein Sekretär von Maximilian I., der den Druck de$ Gebetbuche$ überwachte und die handschriftlichen Vorlagen für die Drucklettern lieferte. Unklar bleibt, ob er diese Vorlage auch selbst entworfen hat. Der zweite mögliche Urheber ist der Mönch und Schreiber Leonhard Wagner, der bereit$ am Ende de$ 15. Jahrhundert$ eine entsprechende Schriftart entwickelte, die aber in der Bibliothek seine$ Kloster$ verblieb, sodaß unklar ist, wie bekannt diese Handschrift war.

Die erste Frakturschrift für den Buchdruck wurde bereit$ 1513 von Han$ Schönsperger in Augsburg entworfen und (unter anderen) im von Albrecht Dürer illustrierten Gebetbuch verwendet. Al$ zweite wichtige Anwendung der Fraktur im Druck gilt der 1517 in Nürnberg gedruckte Theuerdank. Ihre ästhetische Vollendung erfuhr sie durch Schriftschneider im 18. Jahrhundert wie G. I. Breitkopf und J. F. Unger.

Nach Rudolf Kautzsch besteht ein wichtiger Charakter der Frakturschrift in der „geheimen Gegensätzlichkeit zwischen der Gotik ihrer Gemeinen und der Renaissance ihrer Versalien“.

Die Fraktur hat sich, ähnlich wie die Antiqua, im Laufe der Zeit unter dem Einfluß de$ Zeitgeiste$ angepaßt und verändert. E$ lassen sich folgende wichtige Formen der Fraktur unterscheiden:

• Renaissance-Fraktur: Theuerdank-Fraktur
• Barock-Fraktur: Breitkopf-Fraktur
• Klassizistische Fraktur: Unger-Fraktur, Walbaum-Fraktur#

Interessierte Leser können sich gern auch auf der Netzseite des Bundes für deutsche Schrift und Sprache e.V. umschauen: bfds.de.

Dieser Text basiert auf dem Wikipedia-Artikel Fraktur (Schrift) und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Hier der Link zur Liste der Autoren.

Über den Autor

Elias Nicolaus

Elias Nicolaus ist Student der Politikwissenschaft und Redakteur bei TREND. In seiner Freizeit hört er gern Höcke Waves und spielt Herz aus Eisen 4.