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Corona-Krise. April, April?

Corona-Krise. April, April?

Editorial

Verehrter Leser,

welche Zeitung hat heute noch eine Wissenschaftsredaktion? Wer nimmt sich heute noch Zeit, kontroverse Fakten und Meinungen ernsthaft zu untersuchen?

Bei unserem Leitartikel liegt das Augenmerk genau darauf. Es geht darum, daß Sie sich ohne eigene Recherche mit wichtigen Informationen versorgen können, damit Sie niemand an der Nase herumführt. Wir haben aus verschiedensten Quellen Fakten und Meinungen zusammengetragen, bewertet und strukturiert.

Wir wollen, daß Sie sich auf dieser Grundlage ein eigenes Bild machen und mit einer fundierten Meinung am Diskurs teilnehmen können.

Wir warnen außerdem vor schwerwiegenden Mißständen, die sich durch die Maßnahmen der Regierung zu verschärfen drohen – fortgesetzter wirtschaftlicher Verfall, der unverblümte Ausbau des Überwachungsstaats und die massive Beschneidung von Grundrechten.

Es kommt nicht mehr auf die Verlautbarungen von Institutionen und vermeintlichen Autoritäten an, die nur noch an ihrer Ämterpatronage interessiert sind, und für die zukunftsfähige Politik ein Fremdwort ist.

Stattdessen ist Ihre Meinung gefragt. Und die dürfen Sie auch äußern. Denn eine eigene Meinung, das ist der tatsächliche Trend.

Ihr Andreas Wild

Corona-Krise. April, April?

Von Aaron Kimmig

Jeder weiß, daß das Coronavirus vor allem für die Risikogruppen gefährlich ist und daß der Kontakt zu diesen Gruppen restriktiv zu erfolgen hat. Jeder weiß auch genau, wer diesen Risikogruppen angehört.

Gleichermaßen ist allgemein bekannt, daß das Virus für junge Bevölkerungsgruppen eher ungefährlich ist und in der Regel kein Grund ist, nicht bei der Arbeit zu erscheinen. Oder etwa nicht?

Tatsächlich weiß jeder, daß mit einer stabilen konservativen Regierung diese Corona-Krise so nicht gekommen wäre. Denn für grundlegenden Katastrophenschutz wäre gesorgt, Basisindustrien, die zur Herstellung grundlegender medizinischer Ausrüstung gebraucht werden, wäre nicht abgewandert, sondern stünden zur Minute für den Seuchenschutz bereit, und Krisen würden bürgernah und ohne Panik statt durch die Beschneidung von Bürgerrechten gelöst. Es fällt schwer, sich diese alternative Krisenbewältigung vorzustellen, weil das Gegenteil davon gemacht wird.

Für die Bundesregierung bietet das Virus eine Möglichkeit zum Machterhalt. Nachdem die Umfrageergebnisse der Unionsparteien stark gefallen sind, haben sie endlich die Möglichkeit, sich als Retter in der Not zu profilieren, ob sie es tatsächlich sind, oder nicht. Die Regierung kann plötzlich Verordnungen erlassen und Gesetze beschließen, die die Öffentlichkeit ohne Krisenmodus niemals akzeptieren würde – Grundrechte, ade – Überwachungsstaat, ja bitte! Wenn es nur dem Schutz der Bürger vor dem hochgefährlichen Virus dient, ist alles hinnehmbar.

Ein Volk in Angst läßt sich leichter regieren. Es nimmt erwartungsvoll und tendenziell willfährig die neusten Infos aus TV und Internet an und hört auf, sich eigene Gedanken zu machen oder Quellen und Hintergründe zu prüfen. Denn jetzt kann es nur noch Mutti Staat richten – nicht wahr?

An Hysterie kann man sich leichter anstecken als am Coronavirus. Der durch eine Überreaktion angerichtete Schaden ist am Ende wahrscheinlich größer als der durch die Infektionen verursachte.

Viele Bürger sind aufgrund der Vielzahl an immer aktuelleren und sich teilweise widersprechenden Medienberichte verunsichert. Sie fragen sich zurecht: „Was kann ich überhaupt glauben? Wie soll ich mir eine eigene Meinung bilden?“

Am besten mithilfe von Tatsachen.

Faktencheck – Virologie für Anfänger

Das Coronavirus trägt den wissenschaftlichen Namen SARS-CoV-2 und kann bei Erkrankung ein schweres akutes Atemwegssyndrom (SARS) auslösen – diese Krankheit wird auch „coronavirus disease 2019“ (Coronaviruskrankheit 2019), kurz COVID-19, genannt. Infektion und Krankheit verlaufen für Afrikaner, Asiaten und Europäer gleich. Die Inkubationszeit von SARS-CoV-2 kann sich über bis zu zwei Wochen erstrecken. Es befällt Hals und Lunge und ist über die Atemluft sehr leicht übertragbar.

Das Virus selbst hat eine Hülle aus Fett (Lipidhülle) mit einem Durchmesser von ca. 150 nm, auf der sich die sogenannten „Spikes“ befinden, mit denen das Virus an der Wirtszelle andockt. Im Inneren liegt das Erbgut, welches durch das Kapsid, eine Proteinschicht, geschützt wird. Ohne die Lipidhülle ist das Virus zerstört und nicht mehr infektiös. Es gibt auch Viren ohne diese äußere Hülle. Sie bestehen nur aus Erbmaterial und dem Kapsid. Sie sind im Allgemeinen beständiger als die Viren mit Lipidhülle.

SARS-CoV-2 hat mit Influenzaviren unter anderem diese Lipidhülle gemeinsam. Von den Influenzaviren weiß man, daß sie sich auf einer Oberfläche angetrocknet bei einer Tagestemperatur von 20°C zwei bis acht Stunden halten können, bevor sie inaktiviert werden. Oberhalb von 22°C verringert sich die Stabilität deutlich. Bei geringeren Temperaturen verändert sich hingegen die Struktur der Lipidschicht, weshalb sie dann länger ansteckend bleiben.

Dies dürfte eine gute Erklärung dafür sein, warum die deutsche Grippesaison ungefähr von Anfang Oktober bis Mitte Mai dauert.

Was umgangssprachlich „Sommergrippe“ genannt wird, ist keine Influenza, sondern geht üblicherweise auf Erkältungsviren zurück. Dazu gehören z.B. die Rhinoviren, die vergleichsweise klein sind und keine Lipidhülle besitzen. Sie bestehen nur aus Erbgut und dem es schützende kristallförmige Kapsid, das weitaus beständiger ist als die Lipidschicht von behüllten Viren wie dem Influenzavirus oder SARS-CoV-2.

Doch selbst Erkältungen werden zur Sommerzeit meist durch ungünstige Umweltbedingungen wie zu kalt eingestellte Klimaanlagen, zu intensive Sonnenbäder oder trockene Luft in öffentlichen Verkehrsmitteln verursacht. Nur in sehr seltenen Fällen kann es laut Robert-Koch-Institut (RKI) auch im Sommer zu einer Grippewelle durch ein völlig neues Influenzavirus kommen. Leiter des RKI, der beauftragten Bundesbehörde für Infektionsschutz, ist übrigens ein Tierarzt – ahnen Sie schon, wohin die Reise geht?

Der Herausgeber eines erfolgreichen Börsenbriefes, Florian Homm, hat in einem öffentlich zugänglichen YouTube-Video Ergebnisse aus Statistikauswertungen seines Teams zur Verbreitung von Coronafällen in China, Italien und Spanien vorgestellt. Diese Länder erfassen ihre Coronafälle auf ähnliche Weise.

Die Daten zeigen, daß auch beim Coronavirus eine starker Zusammenhang zwischen Temperatur und Verbreitung herrscht – die Schönwetterhypothese wird bestätigt: Mit Beginn des sommerlichen Wetters ist eine Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus zu erwarten.

Gefährlichkeit und Risikogruppen

Viele Mediziner gehen davon aus, daß früher oder später eine Durchseuchung von über 50% der Bevölkerung Deutschlands erreicht wird. Auch die Bundestagsdrucksache 17/12051 beinhaltet ein Szenario, in dem sich das SARS-ähnliche Virus „Modi-SARS“ weltweit verbreitet und es aufgrund seiner hohen, mit dem Coronavirus vergleichbaren Übertragbarkeit, zu einer Durchseuchung von weit über 50% kommt. Das Coronavirus könnte nach diesem Szenario zu einer ähnlich hohen Durchseuchung und vergleichbaren Krankenzahlen in den Infektionswellen kommen.

In der Sterblichkeitsrate ist das Coronavirus im Vergleich zu diesem fiktiven „Modi-SARS“ um mindestens eine Größenordnung weniger gefährlich – während bei „Modi-SARS“ von einem sehr unwahrscheinlichen Ereignis ausgegangen wird, das statistisch einmal alle 100 bis 1000 Jahre auftritt und 1% der infizierten Kinder und Jugendlichen sowie 50% der über 65-jährigen Infizierten töten würde, ist das Coronavirus ungefähr zehnmal weniger gefährlich – vielleicht sogar noch weniger. Lassen Sie sich also von diesem Szenario nicht verunsichern oder in Panik versetzen! Übrigens: selbst im „Modi-SARS“-Szenario mit 7,5 Millionen Toten in Deutschland gehen die Verfasser der Risikoanalyse davon aus, daß die Lebensmittelversorgung aufrecht erhalten bleibt.

COVID-19 hat für die Bevölkerungsgruppe bis 50 Jahren eine Letalität, die die Influenza ungefähr bei alle Altersgruppen zusammen hat. Noch einfacher formuliert: Für die Leute bis 50 ist Corona so schlimm wie die Influenza für alle zusammen – grundlegende medizinische Versorgung vorausgesetzt.

In der Grippesaison 2017/18 betrug die Zahl der Todesfälle unter den laborbestätigten Fällen 0,5%. Rechnet man mit den geschätzten Zahlen der Todesfälle (Exzess-Mortalität) und grippebedingten Arztbesuchen (Exzess-Konsultationen), kommt man auf 0.27% Todesfälle.

Auffallend bei SARS-CoV-2 ist, daß es für die 0- bis 9-jährigen völlig ungefährlich ist. Dies ist bei Influenzaviren anders, denn an ihnen erkranken und sterben Kleinkinder in der Regel öfter als Jugendliche und junge Erwachsene.

Auch für Frauen ist das Coronavirus weniger gefährlich als für Männer. Die Ursache dafür dürfte in der Genetik liegen: Auf dem X-Chromosom befinden sich auch Gene, die für das Immunsystem relevant sind. Die Frau hat davon zwei, der Mann nur eines. Zudem kann sich Östrogen positiv auf das Immunsystem auswirken. Da haben Männer einen zweiten Nachteil aufgrund des vielfach geringeren Östrogenspiegels.

Erst die wirklich Hochbetagten sind stark gefährdet. Es ist aber nicht auszuschließen, daß diese hohen Zahlen mehr auf die verstärkten Messungen des Coronavirus zurückzuführen sind: Sehr viele Patienten sterben nicht an Corona, sondern mit Corona. Diese Sichtweise wird mittlerweile auch vom RKI und dem Faktencheck des Bayerischen Rundfunks gestützt. Behalten Sie diese Zählweise, wenn Sie die offiziellen Zahlen sehen, immer im Hinterkopf!

Da COVID-19 eine Lungenkrankheit ist, sind Raucher, Bewohner von Städten mit hoher Luftverschmutzung wie beispielsweise in Norditalien und Menschen mit Vorerkrankungen an der Lunge, aber auch Herz, stärker gefährdet. Andere Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma, Arthritis oder ein schwaches Immunsystem erhöhen das Risiko ebenfalls. Während ein großer Teil der Bevölkerung mit einem sehr moderaten Risiko lebt, sind die stärker Gefährdeten angewiesen auf …

Effektive Schutzmaßnahmen

Auch ein maßlos übertriebenes Vorgehen kann schützen – muß es aber nicht. Sicher ist hingegen, daß es zu Einschränkungen in anderen Bereichen führt und zugleich schweren Schaden anrichten kann.

Soziale Distanzierung – für alle gleichermaßen?

Bei jeder leicht übertragbaren und deshalb potenziell epidemischen Krankheit gehören die sogenannte „soziale Distanzierung“ und bei Erkrankung die Quarantäne zu den einfachsten und effektivsten Präventionsmethoden. Man kann historisch, beispielsweise an der Spanischen Grippe 1918, belegen, daß so die Ausbreitung verlangsamt und die Todeszahlen verringert werden können.

Der Unterschied zwischen der Spanischen Grippe und dem Coronavirus ist allerdings, daß bei der Spanischen Grippe besonders junge Menschen betroffen waren, Alte aber nicht, weil sie wahrscheinlich durch eine mehrere Jahrzehnte zurückliegenden Grippe noch über Immunität verfügten – oder aber, und diese Meinung hat auch eine ernstzunehmende Zahl von Medizinhistorikern, weil sie, anders als die Berufstätigen, gegen kriegsende nicht mit einer desaströsen Mischung geimpft worden waren. Für die Bevölkerungsentwicklung und die Volkswirtschaft war diese Grippe deshalb ganz sicher viel gefährlicher als das Coronavirus.

Es liegt nahe, die folgende Hypothese aufzustellen: „Ein konservativer Schutz gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist bereits dadurch gegeben, daß junge Menschen den Kontakt zu über 50-jährigen vorerst vermeiden und die soziale Distanzierung nur für über 50-jährige verpflichtend ist. Altenheime werden vorerst komplett abgeriegelt, sowie öffentliche Versammlungen auf sechs statt bloß zwei Personen begrenzt.“ – Was denken Sie?

Unabhängig davon stellt sich die Frage, ob bei der aktuellen Begrenzung von Zusammenkünften auf zwei Personen im öffentlichen Raum wirklich alle Gaststätten hätten schließen müssen, oder ob ein ausreichender Tischabstand und verringerte Besucherzahlen nicht völlig ausreichend gewesen wären.

Schon von Anfang an konnte man auf Grund der vorliegenden Daten zu SARS-CoV-2 und COVID-19 beurteilen, daß die Beschränkungen im sozialen Kontakt, das Verbot jeglicher öffentlicher Versammlungen und die Zwangsschließungen von Geschäften zumindest für die jüngere Bevölkerung übertrieben wären und Bürgern und Wirtschaft unnötig massiven Schaden zufügen würden.

Massenüberwachung und eine Weltregierung?

Die flächendeckende Überwachung von Handypositionen durch staatliche Stellen ohne offizielle Ankündigung und ohne juristische Grundlage wirft zusätzliche Fragen auf. Auch im Ausnahmezustand gelten Gesetze und Gewaltenteilung. Bei jeglicher Art von sensiblen und personenbezogenen Daten regelt das Gesetz normalerweise, daß immer zuerst das Einverständnis dessen eingeholt werden muß, der seine Daten herausgibt (Opt-In). Wer dagegen verstößt, macht sich strafbar. Der Staat setzt sich an dieser Stelle aber über seine eigenen Gesetze hinweg. Ob die flächendeckende Überwachung von Handypositionen durch staatliche Stellen auch nur irgendeinen epidemiologischen Nutzen hat, wurde offiziell nie erklärt. Unklar ist auch, wann und unter welchen Bedingungen die Überwachung beendet und wann die übrigen Einschränkungen der Grundrechte wieder aufgehoben werden sollen.

Wo bleibt da eigentlich die EU-Datenschutzgrundverordnung? Ja, richtig, die EU zeigt in dieser Krise, daß sie handlungsunfähig ist und es keine gemeinsame Linie zwischen den Mitgliedsstaaten gibt. Jedes Land löst seine Probleme alleine, nach einer „europäischen Lösung“ kann bei Corona niemand rufen, weil es keine gibt. Die EU ist obsolet. Und deshalb rufen viele derer, die das internationale Diktat über die Souveränität der Völker und deren Nationen stellen wollen, nach einer Weltregierung. Aber eine Weltregierung kann die Risikogruppen auch nicht vor Corona schützen.

Strukturierte, geprüfte und praktisch nutzbare Infos

Der Ottonormalbürger wird momentan geradezu überhäuft von immer neuen Meldungen mit unterschiedlichem Tenor. Doch mit den Informationen, die dem ihm wirklich von Nutzen wären, wird er von den Öffentlichen nicht versorgt. Es ist nicht hilfreich, wenn es heißt, daß das Coronavirus gefährlicher als die Grippe sei. Diese Aussage läßt sich bei der aktuellen Faktenlage weder beweisen noch mit Sicherheit widerlegen:

Es kommt z.B. schon mal darauf an, welche Grippe man meint: Die Spanische Grippe war für ca. 2,5% der Infizierten tödlich. Die aktuellen Zahlen (Stand 29.3.) ergeben bei Corona zwar eine Sterbehäufigkeit von unter 5% – aber die, bei denen Corona den Tod nicht verursacht hat, sondern es nur nachgewiesen wurde, sind in diese Zahl mit eingerechnet.

Ginge man davon aus, daß nur 15% derer, die mit Corona verstorben sind, auch tatsächlich an Corona gestorben sind – eine Hypothese, die bei der derzeitigen Faktenlage als annehmbar gelten dürfte –, dann läge die tatsächliche Sterberate von SARS-CoV-2 unter 0,75% und es wäre damit ein bisschen mehr als doppelt so gefährlich wie das Influenzavirus, das für die schwere Grippewelle 2017/18 verantwortlich war und hätte weniger als ein Drittel der Sterberate bei der Spanischen Grippe. Man sollte diese Hypothese ernst nehmen, denn der Corona-Test, der momentan zur Erhebung der Daten verwendet wird, ist ein sehr empfindlicher Test, der auch häufig bei Personen ausschlägt, die gar nicht krank sind.

Solche Überlegungen sind die Ursache dafür, daß es Stimmen gibt, die einer allgemeinen Angstmacherei und der Corona-Politik der Bundesregierung vehement und meist überzeugend widersprechen können.

Und genau deshalb sind verifizierte Fakten für den Bürger so wichtig. Sie helfen ihm, nicht in Panik zu verfallen, auch nicht dauernd vor der Glotze hängen oder im Internet wühlen zu müssen, damit er gut informiert ist und sich ein belastbares und weitgehend widerspruchsfreies Bild machen kann.

Eine Überfüllung von Krankenhäusern durch Übersensibilität würde auf diese Weise Vorschub geleistet. Das ist ein Faktor, der bei der Eindämmung der Krankheit eine wichtige Rolle spielt. Überfüllung aus Panik kann am Ende dazu führen, daß für die wirklich Kranken keine Versorgungskapazitäten mehr frei sind, oder daß sich mäßig Gesunde, die aus Übervorsicht ins Krankenhaus geschickt werden, durch überfüllte Stationen und schlechte Hygienebedingungen an schweren Krankheiten anstecken und daran versterben – diese Fälle gelangen auch gerne mal in die Statistik der Coronatoten.

Doch selbst leichte Atemwegssyndrome können im Krankenhaus zum Tod führen: Denn wie die Ärztezeitschrift „The Lancet“ berichtet, sei ein Patient mit leichten COVID-19-Symptomen mit einem starken Medikamentencocktail behandelt worden und an dessen Folgen letztlich verstorben – man kann das einen Kunstfehler nennen. Doch wenn der Lancet berichtet, dann ist das keine irrelevante Nischenmeldung, sondern es ist im Gegenteil davon auszugehen, daß auch andere Patienten diesem Vorgehen zum Opfer fallen.

In Frankreich ist eine 16-Jährige Patientin an einer falsch durchgeführten Intubierung gestorben – offizielle Ursache: COVID-19.

Verläßliche Informationen sind die wichtigste Schutzmaßnahme, nicht nur gegen die Grippe, sondern auch gegen Bevormundung. Sie ermöglichen dem Einzelnen, sich eine eigene Meinung zu bilden und sind die Grundlage für eine schnelle und zugleich sichere Rückkehr zur Normalität. Sie statten den Bürger mit schlagkräftigen Argumenten gegen Panikmacher, Krisenprofiteure und den Überwachungsstaat aus.

Impfungen?

Solange das Coronavirus nicht mutiert (sogenannter Antigendrift), könnte ein Corona-Impfstoff vor einer Infektion schützen. Darauf macht das Robert-Koch-Institut in den FAQs auf seiner Webseite aufmerksam – eine Impfung sei nur solange wirksam, wie das Virus nicht mutiere. Da der Typ Viren, zu dem SARS-CoV-2 gehört, leicht mutieren kann, ist es durchaus möglich, daß in einer der nächsten Infektionswellen eine SARS-CoV-2-Variante mit einem Antigenshift auftritt, gegen das ein vorher entwickelter Impfstoff wirkungslos ist.

Vor 2021 ist nicht mit einem Impfstoff zu rechnen. Sofern er ausreichend getestet und frei von schädlichen Nebenwirkungen ist, könnte er für einige Risikogruppen sinnvoll sein. Falls nicht, kann er jedoch massiven Schaden anrichten und den Ausbruch von Krankheiten begünstigen.

Vorsicht beim Reisen

Es gilt das, was immer gilt: Durch Reisen kann man mit vielen neuen Menschen in infektiösen Kontakt kommen. Ein Reisender trägt immer eine Verantwortung dafür, daß er Krankheiten weder wissentlich noch durch Unvorsicht verbreitet. Den Kontakt mit Risikogruppen sollte er deshalb, wenn er zusammen mit Fremden reist, generell meiden.

Für Risikogruppen ist Reisen nur unter restriktiven Bedingungen zu empfehlen. Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben – aber das ist bestimmt nichts wirklich Neues für Sie!

Hygiene, Händewaschen und Mundschutz

Hygiene gehört zur abendländischen Kultur. Sie hat sich über Jahrhunderte durch die Erfahrungen mit verschiedensten Krankheiten entwickelt und wurde durch neuere Erkenntnisse über Viren, Bakterien, und Schadstoffe verfeinert.

In Deutschland stiegen allerdings bereits 2015 Fallzahlen von totgeglaubten Krankheiten wieder an. Eine Ursache ist sicherlich der Verlust des allgemeinen Bewußtseins für grundlegende Hygiene und mangelnde Vorsicht vor Krankheiten – welcher Schüler hat denn heute noch im Geschichtsunterricht etwas über die großen und kleineren Seuchen der letzten Jahrtausende gelernt? Gibt es ihn überhaupt noch, den klassischen Geschichtsunterricht?

Es ist richtig, daß Händewaschen das Infektionsrisiko verringert. Aber um wieviel? Und es gehört mehr dazu:

Erst die Vermeidung von Kontakt der Hände mit Augen, Mund und Nase verhindert die Übertragung von Erregern über Oberflächen. Effektiver als Händewaschen ist das Desinfizieren der Handflächen.

Und Mundschutz hilft nichts: Wenn er nicht einer hohen Sicherheitsklasse angehört, kommen die Viren sowieso von allen Seiten am „Schutz“ vorbei. Weil dabei Schlitze zwischen Schutz und Wangen den Atem auf einen engeren Weg als den normalen zwängen, wird er sogar beschleunigt und verteilt potenzielle Viren stärker in der Umgebung. Die Membranen von sehr filterstarken Mundschützernwerden durch die Feuchtigkeit in der Atemluft sehr schnell undurchlässig, so daß auch bei diesen Masken die Atemluft gerne zwischen Wange und Maske vorbeiströmt.

Telemedizin und mobile Ärzte

Es ist denkbar, daß Ärzte und Krankenhäuser Kanäle für telemedizinische Videoanrufe aufbauen, um Patienten mit Symptomen einen Krankenhausbesuch, der immer mit einem gewissen Ansteckungsrisiko verbunden ist, zu ersparen.

Sollte das Krankenhaus in einem Gebiet liegen, in dem sich schwere Krankheitsfälle häufen, bestünde außerdem die Möglichkeit, Patienten zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr zu Hause zu lassen und sie mit einem mobilen Arzt zu versorgen, der die Kranken notfalls intubieren und an ein Beatmungsgerät anschließen kann. Per Video würde er vom Krankenhaus überwacht werden können.

Es ist in außerordentlichen Krisensituationen sogar denkbar, daß ein Angehöriger mit einem einfachen Coaching-Video in der Pflege unterwiesen und von dem mobilen Arzt mit Schutzausrüstung versorgt wird. Er könnte über den Videokanal mit dem Krankenhaus im Kontakt bleiben. Mit dieser Methode wären die Kapazitäten in der Krankenversorgung schlagartig stark erhöht und man wäre selbst für eine schwere Krankheitswelle relativ gut gerüstet. Man hätte dieses System schon in den letzten Grippewellen testen können. Doch unsere Regierung hat mal wieder systematisch geschlafen.

Damit dieses Verfahren flächendeckend funktioniert, ist allerdings eine hohe Produktionsleistung und zügige Logistik bei Beatmungsgeräten und Schutzausrüstungen erforderlich.

Gesunde Lebensweise

Wer vorsorgen will, dem hilft alles, was das Immunsystem stärkt: Gesundes Essen und Schlaf, Sport und Liebe, Zuversicht und Hoffnung, Sonnenlicht. Bei der Ernährung kann mit roter Bete, Sauerkraut, Kartoffeln, Linsen, Zwiebeln, Karotten, Knollengemüse, scharfen Gewürzen, hochwertigen Speiseölen, Salat, gutem Fleisch, heimischem Obst und einer hohen Variabilität wenig falsch gemacht werden. Auf eine tägliche übergroße Portionen Nudeln oder Fertigravioli kann eine gesunde Ernährung hingegen verzichten.

Es gibt Risikokrankheiten wie zum Beispiel Rheuma, welche durch richtige Ernährung, Bewegung, Lebensweise, psychische Einstellung und Medikation gelindert und in einigen Fällen sogar geheilt werden können.

Angst schwächt hingegen das Immunsystem. Sie ist ein ernstzunehmender Indikator, doch sie wird nicht mehr gebraucht, wenn Fakten verfügbar sind, wenn es Grund zur Hoffnung und klare Schritte gibt, die jeder unternehmen kann. Die Angst ist in einer Krise eine tückische Emotion. Viele Faktoren, die uns gefährden, sind nicht berechenbar und werden es nie sein.

So verhält es sich auch mit denen, die der Gesundheit förderlich sind, wie einer situationsangemessenen, aber allgemeinen Zufriedenheit, der seit jeher ein unergründlicher Zauber innewohnt.

Wenn Experten auf Fachleute treffen

Der einflussreichste Corona-Influencer dürfte in Deutschland Dr. Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité sein. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung teilte am 16. Januar mit, Drosten habe einen ersten Test für das damals noch „neuartige Coronavirus“ entwickelt.

Drosten hatte bald ein tägliche Sendung im öffentlichen Rundfunk und Stand der Bundesregierung alsBerater zur Seite. Auf diesem Weg wurde Drosten deutschlandweit bekannt. Sein Test wird seither für die Bestimmung von Corona-Patienten verwendet.

Worüber aber nicht berichtet wurde, ist die Tatsache, daß der PCR (Polymerase-Kettenreaktions)-Test von Drosten bisher noch keiner amtlichen Prüfung unterzogen und validiert wurde. Der Test wurde von einigen Instituten stillschweigend für die Zählung der Coronafälle akzeptiert. Laut einer chinesischen Studie waren aber 80% der auf diese Weise positiv auf Corona getesteten Fälle gesund. Dr. Ansgar Lohse, Direktor des Klinikums Hamburg-Eppendorf, kritisierte, daß nicht klar sei, wieviele Corona-Infizierte, die keine oder nur leichte Symptome zeigten, überhaupt in der Statistik aufträten.

In seiner Position als Virologe und Professor hat Drosten trotzdem ein Interesse an einer weiten Verbreitung seines Tests und einem öffentlichen Interesse an seinem Forschungsobjekt. Erhöhte Aufmerksamkeit kann zu einem Karrieresprung führen und bedeutet normalerweise neue Forschungsgelder und einen stärkeren Einfluß in der Forschungsgemeinschaft.

Eine Vielzahl von Ärzten widerspricht mittlerweile dem Bild, das die einige Virologen und insbesondere Drosten, in der Öffentlichkeit vom Coronavirus vermitteln. Neben SARS-CoV-2 gäbe es noch eine Vielzahl andere Viren, die gleichermaßen zur Grippesaison aufträten, nicht zu vergessen die Krankenhauskeime, die jährlich einer Vielzahl von Patienten das Leben kosteten. In den Medien dominiert dennoch die einseitige Darstellung der Virologen. Kritiker finden bei den großen Medienhäusern kein Gehör. Sie werden stattdessen meist von ihnen diffamiert.

Ein Focus-Artikel beispielsweise nennt die Thesen des Lungenarztes und Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Wodarg „wirr“. Statt sie sachlich zu widerlegen, greift er auf eine unter Akademikern schwerwiegende Diffamierung zurück. Eine These muß entweder objektiv falsch oder richtig sein, aber wer sie als „wirr“ bezeichnet, zieht den Verdacht auf sich, sie zwar für falsch zu halten, das aber nicht stichhaltig beweisen zu können. Gut möglich, daß die Sichtweise Wodargs einen wahren Kern enthält, den die öffentliche Meinung lieber ausblenden möchte. Wodarg hatte bereits in der Vergangenheit nachgewiesen, daß Investitionen in Influenza-Impfstoffe lobbybedingte Fehlinvestitionen waren – zumindest die Pharmaindustrie ist auf ihn sicher nicht gut zu sprechen.

Wodarg nennt die weltweiten COVID-19-Erkrankungen keine Pandemie und widerspricht damit nicht nur der herrschenden Meinung, sonder er verwendet auch einen weitaus konservativeren Pandemiebegriff. Seine Ansicht scheint so kontrovers zu sein, daß der Arzt und SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach sie in einem YouTube-Video als schlichtweg falsch bezeichnet.

Dennoch: Was heutzutage eine Pandemie genannt werden kann, ist sehr dehnbar. Sobald eine Krankheit international eine größere Zahl an Todesopfern fordert, kann sie theoretisch schon zur Pandemie erklärt werden. So gesehen kann die Influenza 2017/18 mit einer geschätzten Zahl von 25.100 Toten in Deutschland beispielsweise auch eine Pandemie gewesen sein – wie immer mit einer anfangs exponentiellen Wachstumskinetik.

Das Schreckensszenario, das Drosten in dem Focus-Artikel von Afrika zeichnet – „da werden wir Bilder sehen zwischen Juni und August, die wir nur aus Kinofilmen kennen. Da wird es Szenen geben, die wir uns heute noch nicht vorstellen können und ich bin mir nicht sicher, was das dann in uns auslöst.“ – muß in Anbetracht der sich bewahrheitenden Schönwetterhypothese und der afrikanischen Altersstruktur – nur 3% sind über 60 – ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Daß er nur von „Szenen“ spricht, deutet eher auf einen anekdotischen als einen flächendeckenden Charakter seines Szenarios hin. Was ist das dann anderes als intelligent gestreute unterschwellige Panikmache?

Die meisten behüllten Viren – wie auch das Coronavirus – zerfallen bekanntermaßen bei höheren Temperaturen (Siehe Seite 3, Abschnitt „Faktencheck – Virologie für Anfänger“). Als Virologe mit einer C4-Professur weiß das auch Drosten. In Anbetracht dieser Tatsache fragt man sich, aufgrund welcher Motive sich Drosten zu einer solchen Aussage hinreißen läßt.

Die TREND-Redaktion hat erstens belastbare Statistiken des RKI zu vergangenen Grippesaisons gesichtet, zweitens die wissenschaftlich und mathematisch fundierten Statistiken aus der Primärforschung des Teams um Florian Homm sowie drittens die chinesische Studie zu Drostens PCR-Test zur Grundlage der Auswertung des Meinungsbildes in den deutschen Medien gemacht. Und worauf stützt sich Drosten? Auf sich Selbst. – Und worauf stützen sich Bundesregierung und Staatsmedien? Auf Drosten.

Das bedeutet in letzter Konsequenz, daß die Maßnahmen der Bundesregierung sämtlich auf wissenschaftlich mangelhaften, schwer in Frage zu stellenden Annahmen und stark verzerrten Zahlen beruhen. Wurde der wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages überhaupt von den Regierungspolitikern zu dieser Sache konsultiert?

Stehen Ausnahmezustand, Einschränkungen unserer Grundrechte, Eingriffe in unsere Privatsphäre, die Notstandsgesetze dann überhaupt noch auf einem stabilen und legalen Fundament?

Wem die deutsche Berichterstattung zu einseitig oder die Debatte zu festgefahren erscheint, dem kann der Blick in die Auslandsmedien empfohlen werden – jedes Land geht mit der Krise auf seine eigene Weise um. Einzelne hegen Zweifel am Vorgehen der Bundesregierung.

Staatsversagen verschärft aufgestaute Probleme

Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus und dem Handeln der Regierungen haben Börseninvestoren so sehr gestört, daß es zu einem massiven Abverkauf von nahezu allen Börsenwerten kam. Die durch Margin-Calls ausgelösten Liquidationen von Goldpositionen haben zwischenzeitlich sogar den Goldpreis in die Tiefe gerissen. Daß die Märkte so stark gefallen sind, lag auch an der enormen Fallhöhe: Seit Beginn unserer 5.000-jährigen Geldgeschichte waren Aktien und Anleihen noch nie so hoch bewertet. Firmeninsolvenzen wurden reihenweise durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken verschleppt – das rächt sich jetzt in einem umso schmerzhafteren Crash.

Aufgrund des Shutdowns müssen reihenweise Firmen, aber auch Einzelpersonen vor dem finanziellen Tod gerettet werden. Der Staat spielt hierbei scheinbar ein perfides Spiel: Durch den fragwürdigen Shutdown schadet er den Firmen, um sie aber sogleich mit Hilfspaketen wieder zu retten, nicht ohne dabei jedoch mit potenziellen Verstaatlichungen zu drohen. Die Banken vergeben dann mithilfe des Staates zusätzliches Geld an gefährdete Unternehmen, sie können aber gemeinsam darüber entscheiden, wen sie pleitegehen lassen. Kleinunternehmer und Selbstständige werden mit Leistungen aus Hartz IV und einem 155-Mrd.-Paket über Wasser gehalten und zufrieden gestellt: Sag‘ auch brav Danke zu Merkel! – Es ist die Stunde der Planwirtschaftler und Verstaatlicher.

Die wirtschaftsfeindliche Steuer- und Energiepolitik hat zur Abwanderung von Industrien geführt, auf die wir in Krisensituationen akut angewiesen sind. Wären diese Industrien Staatsräson, hätte sich die Produktion von qualitativ hochwertigen Atemschutzmasken und Schutzkleidern unverzüglich hochfahren lassen. Niemand hätte einen Grund zur Panik. Der Staat hätte die nötige Kontrolle. Jeder Erstsemester lernt im Studium der Volkswirtschaften, daß eine stabile Nation seine Basisindustrien braucht – dann kann das doch nicht so schwer sein, oder?

Oh doch! – In Realität haben wir einen Kontrollverlust, den das Merkel-System durch drastische, bürgerfeindliche Maßnahmen zu kaschieren versucht und mit denen sie Kritiker ruhig stellen will – man hat ja schließlich alles menschenmögliche getan, um die Deutschen vor dem Corona-Tod zu retten – aber man hat eben auch alles getan, um die Wirtschaft so stark wie nur möglich zu strangulieren.

Mit dem Katastrophenschutz vergleichbar ist das Militär, das ein Land im Ernstfall verteidigt. Denn wie es um unser Militär steht, so steht es auch um unseren Katastrophenschutz. Wenn die Produktion von und Versorgung mit Beatmungsgeräten sowie die mobile ärztliche und telemedizinische Abdeckung ausreicht, dann ist es sehr gut möglich, daß die Sterberaten konstant bleiben. Wenn sich aber die Versorgunslage verknappen sollte und Lieferketten unterbrochen werden oder gar die ärztliche Versorgung zusammenbräche, ist noch nicht genau abzusehen, wie sehr sich die Situation verschlechtert und ob sie wieder in den Griff zu bekommen ist.

Wäre Deutschland auf das „Modi-SARS“-Szenario vorbereitet, das am 3.1.2013 bekannt wurde? Nein! Und hätte sie wenigstens grundlegend vorgesorgt, würde das Krisenmanagement auch bei Corona viel einfacher verlaufen.

Die soziale Distanzierung hilft dabei, die Ausbreitung des Corona-Virus ein wenig zu verlangsamen. Dadurch verschafft sich die Regierung die Zeit, die sie braucht, um den vernachlässigten Katastrophenschutz nachzuholen und eine Kollaps – auch der eigenen Macht – zu vermeiden.

Bleibt noch eine Frage zu klären: Warum reagieren eigentlich fast alle Staaten auf dieser Welt ähnlich? Wieso gibt es fast überall solche starken Einschränkungen?

Für die einen ist das Virus eine Gelegenheit, sich zu profilieren, ihre Macht auszubauen und Kompetenzen an sich zu reißen. Die anderen fürchten sich vor der Inquisition durch die Globalisierungspresse, die sie plattmachen würde, wenn sie nicht in den Aktionismus verfielen, der sie dem Glück eines internationalen Staates näherbrächte, welcher alle Nationen in das gleiche Korsett zwänge, durch das sie von oben herab regier- und kontrollierbar würden.

Die Verantwortungsträger fragen sich unter diesen Umständen: Was, wenn ich mich gegen solche einschneidende Veränderungen entscheide und mich diese Presse nur für einen von tausend Coronatoten persönlich verantwortlich macht?

Der Shutdown richtet mehr Schaden an als das Coronavirus

Der Hype um das Virus überlagert die massiven Probleme, die jetzt ans Tageslicht treten. Die verantwortlichen Zentralbanker, Politiker und Geldadligen können jetzt aber alle Schuld auf das Virus schieben. Die 64-jährige Renate Künast (Grüne) leistet mit ihrer Reaktion auf den Vorschlag ihres Parteifreundes Boris Palmer, nur über 60-Jährige abzuschotten, einen Offenbarungseid: „Das ist ein unsinniger Vorschlag … Ich glaube auch, dass die älteren Leute ab 60 aufwärts von der Gesellschaft gebraucht werden“ – Nur weil sie drin bleiben muß, will sie die Jungen gleich mit in die soziale Isolation nehmen. Aber auch das Kabinett Merkel gönnt der nachfolgenden Generation nicht ihre wohlverdiente Freiheit und opfert dafür Wirtschaft und Wohlstand der Deutschen. Eine solche Mentalität ist gefährlich.

Dabei würden von einer weiterlaufenden Wirtschaft auch die Älteren profitieren. Ihre Arbeitsplätze blieben gesichert und sie könnten den Staffelstab endlich weitergeben. Auch die riesigen Rettungspakete wären nicht vonnöten – aber halt, was geschähe dann mit dem staatlichen Zugriff auf die Unternehmen und mit der Massenüberwachung? Merkel nimmt ein wirtschaftliches Dahinsiechen nach dem schlimmsten Börsencrash seit einem Jahrhundert billigend in Kauf. Das trifft Deutschland härter als das Virus.

Wer will sich hier die Krone aufsetzen?

Die kollektive Verunsicherung und Verbreitung von Angst, der Finanzcrash und die völlige Neuordnung des sozialen Lebens öffnen die Köpfe der Betroffenen in einem kurzen Zeitfenster für eine Neuprogrammierung. Wenn der deutsche Michel aus seinem Schockzustand wieder erwacht, wird er aufgrund der Tiefe der Einschnitte und der Dissonanz zwischen öffentlicher Berichterstattung, tatsächlich vollzogenen Regierungshandlungen und den durch die sozialen Netzwerke vernommenen Gegenmeinungen wahrscheinlich nicht in der Lage sein, einen intuitiven Vergleich zwischen davor und danach herzustellen. Alles hat sich verändert, aber was genau?

Der im russischen Asyl lebende Ex-CIA-Agent Edward Snowden warnt davor, daß die aktuellen Eingriffe in die Freiheits- und Persönlichkeitsrechte die Coronakrise überdauern würden. Dazu gehört beispielsweise die gerade erst eingeführte Notstandsbedingte Positionsverfolgung von Handys, der man erst mühsam widersprechen muß. Beim Automobil gibt es ähnliche Entwicklungen: Mittlerweile gibt es auch schon Belohnungen für den Einbau des von Datenschützern wegen der Übermittlung von Positionsdaten kritisierten eCall-Systems. Währenddessen arbeiten die Zentralbanken weiter an der Bargeldabschaffung und einer eigenen Kryptowährung. Der anonyme Golderwerb ist in Deutschland bereits stark eingeschränkt. Die STASI hätte von solchen Bedingungen nur träumen können!

Und die CDU profitiert. Sie kann sich, auch wenn sie es nicht ist, als staatstragend darstellen. Sie erhöht ihre Beliebtheit alleine durch verstärkte Präsenz in den Medien. Gegen Bevormundung kann man sich sowieso nicht zur Wehr setzen, weil öffentliche Versammlungen, also auch Demos, untersagt sind. Wer noch nicht genug von Mutti hatte, darf sich jetzt den Maßnahmen der Regierung bedingungs- und kritiklos unterwerfen – ist es nicht ein schönes Gefühl, wie die Regierung für uns sorgt? Während sie Anfang Februar noch um die 27% schwankte, erreicht die Union heute Umfragewerte von 32% bei der Sonntagsfrage.

Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die CDU weiterhin auf dem absteigenden Ast befindet. Doch vor ihrem Abgang soll sie es noch einmal richtig krachen lassen: CDU-Politiker gehören immer noch zu den international am besten vernetzten. Es drängt sich der Gedanke auf, daß die CDU noch für ein letztes Geschenk gut ist – die anderen Parteien dürfen dabei natürlich gerne mithelfen: Sie soll dem Geld- und Überwachungsadel die Krone aufsetzen.

Nur die AfD verweigert sich mal wieder dem Fortschritt. Das hat einen guten Grund: Für die AfD ist die Krone etwas Heiliges. Freiheit und Bürgerrechte sind für sie nicht verhandelbar.

Dieser und weitere Beiträge erschienen in der TREND-Printausgabe April 2020. Sie können das Printmagazin bei Staatsreparatur, Jungfernstieg 4 B, 12207 Berlin-Lichterfelde beziehen oder unter der Telefonnummer 030844155610 bestellen.

Über den Autor

Aaron Kimmig

Aaron Kimmig ist Student der Informatik an der Universität Freiburg und Redakteur bei TREND. In seiner Freizeit schreibt er Klavierstücke.